| Donnerstag, 24 Juli 2008 Jahr | 17:15 | Herr Hallmackenreuther | | | "Die Federmuffen sind einzeln aufgehängt und kreuzweise verspannt!" Herr Hallmackenreuhter aus einem Loriot-Sketch
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| Montag, 21 Juli 2008 Jahr |
22:29 | Evelyn Haman | | | Mit nur 65 Jahren starb Evelyn Hamann in der Nacht zum 29. Oktober 2007. Berühmt wurde sie als Sketchpartnerin von Loriot.
Jodeldiplom
Der Sketch „Jodelschule“ spielt im Institut für modernes Jodeln, in der die erwachsenen Schüler die korrekte Aussprache von Jodlern lernen (beispielsweise: „Holleri du dödl di, diri diri dudl dö“). Dabei tritt zunächst Jodellehrer Dr. Vogler (Hans Kircher) auf. Auf eine falsche Antwort von Frau Hoppenstedt (Evelyn Hamann) antwortet der Lehrer, dieses sei „zweites Futur bei Sonnenaufgang“. Im Interview begründet Frau Hoppenstedt ihre Teilnahme an dem Kurs: „Da hab ich was in der Hand... und ich habe als Frau das Gefühl, daß ich auf eigenen Füßen stehe... da hab ich was Eigenes... da hab ich mein Jodeldiplom.“
| | | 21:30 | Was machst Du da? | | | Berta: "Herrmann?" Hermann: "Ja?" Berta: "Was machst du da?" Hermann: "Nichts!" Berta: "Nichts? Wieso nichts?" Hermann: "Ich mache nichts!" Berta: "Gar nichts?" Hermann: "Nein." Berta: "Überhaupt nichts?" Hermann: "Nein, ich sitze hier!" Berta: "Du sitzt da?" Hermann: "Ja." Berta: "Aber irgendwas machst du doch!" Hermann: "Nein." Berta: "Denkst du irgendwas?" Hermann: "Nichts besonderes." Berta: "Es könnte ja nicht schaden, wenn du mal etwas spazieren gingest!" Hermann: "Nein, nein." Berta: "Ich bringe dir deinen Mantel!" Hermann: "Nein, danke." Berta: "Aber es ist zu kalt ohne Mantel!" Hermann: "Ich geh ja nicht spazieren." Berta: "Aber eben wolltest du doch noch!" Hermann: "Nein, du wolltest, daß ich spazieren gehe!" Berta: "Ich? Mir ist es doch völlig egal, ob du spazieren gehst!" Hermann: "Gut." Berta: "Ich meinte nur, es könnte ja nicht schaden, wenn du mal spazieren gehen würdest!" Hermann: "Nein, nein, schaden könnte es nicht." Berta: "Also was willst du denn nun?" Hermann: "Ich möchte hier sitzen!" Berta: "Du kannst einen ja wahnsinnig machen!" Hermann: "Ach." Berta: "Erst willst du spazieren gehen, dann wieder nicht. Dann soll ich deinen Mantel holen, dann wieder nicht. Was denn nun?" Hermann: "Ich möchte hier sitzen!" Berta: "Und jetzt möchtest du plötzlich da sitzen!" Hermann: "Gar nicht plötzlich. Ich wollte immer nur hier sitzen!" Berta: "Sitzen?" Hermann: "Ich möchte hier sitzen und mich entspannen!" Berta: "Wenn du dich wirklich entspannen wolltest, würdest du nicht dauernd auf mich einreden!" Hermann: "Ich sag ja nichts mehr!" Berta: "Jetzt hättest du doch mal Zeit irgendwas zu tun, was dir Spaß macht!" Hermann: "Ja." Berta: "Liest du was?" Hermann: "Im Moment nicht!" Berta: "Dann lies doch mal was!" Hermann: "Nachher, nachher vielleicht!" Berta: "Hol dir doch die Illustrierten!" Hermann: "Ich möchte erst noch etwas hier sitzen." Berta: "Soll ich sie dir holen?" Hermann: "Nein, nein. Vielen Dank." Berta: "Will sich der Herr auch noch bedienen lassen, was. Ich renne den ganzen Tag hin und her. Du könntest wohl einmal aufstehen und dir die Illustrierten holen!" Hermann: "Ich möchte jetzt nicht lesen!" Berta: "Mal möchtest du lesen, mal nicht." Hermann: "Ich möchte einfach hier sitzen." Berta: "Du kannst doch tun, was Dir Spaß macht!" Hermann: "Das tue ich ja!" Berta: "Dann quengle doch nicht dauernd so rum!" Berta: "Hermann?" Hermann: "-" Berta: "Bist du taub?" Hermann: "Nein, nein." Berta: "Du tust eben nicht, was dir Spaß macht. Statt dessen sitzt du da!" Hermann: "Ich sitze hier, weil es mir Spaß macht!" Berta: "Sei doch nicht gleich so aggressiv!" Hermann: "Ich bin doch nicht aggressiv!" Berta: "Warum schreist du mich dann so an?" Hermann: "Ich schrei dich nicht an!"
| | | 20:33 | Vicco von Bülow | | | Bernhard Victor (Vicco) Christoph Carl von Bülow alias "Loriot" (die französische Bezeichnung des Wappentiers seiner Familie, des Pirols)

12.11.1923 geboren in Brandenburg an der Havel
1934-41 Humanistisches Gymnasium Berlin und Stuttgart
1947-49 Kunstakademie Hamburg
seit 1949 Werbegrafik
seit 1950 Cartoons für den Stern
1953 bis heute Bücher im Diogenes Verlag, Zürich: Großer Ratgeber, Tagebuch, Heile Welt, Dramatische Werke, Möpse und Menschen, Loriot, u.a. Gesamt-Auflage ca. 5 Millionen
seit 1955 Cartoons für QUICK Humoristische Werbegraphik (SCHARLACHBERG, usw.)
seit 1967 Satirische Prosa
1967-72 TV-Serie CARTOON (Autor und Hauptdarsteller) Zeichentrickproduktion CARTOON, STANWELL, u.a.
1968 Adolf Grimme-Preis (Ehrende Anerkennung)
1969 Goldene Kamera
1971 Entwurf des TV-Hundes WUM für die AKTION SORGENKIND
1972 Stern des Jahres von der "Münchner Abendzeitung"
1972 Rose D´or de Montreux (Ehrende Anerkennung)
1973 Ausstellung im Wilhelm Busch Museum, Hannover
1973 Grimme Preis in Silber
1973 Goldene Europa
1973 Goldene Schallplatte
1974 Großes Verdienstkreuz
1974 Karl-Valentin-Orden
1975 Text zu "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saens
1976 Deutscher Schallplattenpreis
seit 1976 TV-Serie LORIOT I - IV (Autor, Hauptdarsteller, Regisseur)
1978 Goldene Kamera
1979 Deutscher Kleinkunstpreis
1979 "Versuch eines Dirigates" der Berliner Philharmoniker anlässlich des Bundeskanzlerfestes
1979 Mitglied des P.E.N.
1980 Politische Satire für TV-Sendereihe REPORT
1980 Bayerischer Verdienstorden
1982 Festrede und Sketche mit den Berliner Philharmonikern anlässlich ihres 100. Geburtstages
1982 Festrede zur Wiedereröffnung des Deutschen Theaters in München
1982 Preis der deutschen Schallplattenkritik
1983 TV-Sendung "Loriots 60. Geburtstag"
1983 Text zu "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofieff
1984 Rede zur Verleihung des Erich-Kästner-Preises für Literatur
1985 Ausstellung und Feier im Dom zu Brandenburg
1985 Inszenierung der "Dramatischen Werke" im Stadttheater Aachen (Regie)
1985 Literaturpreis der Stadt Kassel für grotesken Humor
1985/86 Inszenierung der Oper "Martha" an der Staatsoper Stuttgart (Regie, Bühnenbild, Kostüm)
1986 Telestar, Ehrenpreis für Fernsehunterhaltung
1986 "Critici in erba" der Internationalen Jugendbuchmesse, Bologna
1988 Premiere des Spielfilms "Ödipussi" in Berlin Ost und West am 10.3.88 (Autor, Regisseur, Hauptdarsteller)
1988 Ernst-Lubitsch-Preis für die beste deutschsprachige Filmkomödie 1988
1988 Ausstellung im Wilhelm Busch Museum, Hannover
1988 Inszenierung der Oper "Freischütz" anlässlich der Ludwigsburger Schlossfestspiele (Regie, Bühnenbild, Kostüme)
1988 TV-Sendung "Loriots 65. Geburtstag"
1988 Rede anlässlich der Verleihung des Bayrischen Filmpreises "Bambi"
1989 Rede anlässlich der Verleihung des Deutschen Filmpreises
1989 Ausstellung in Weimar und Rostock
1990 1. Auftritt mit dem Scharoun-Ensemble mit dem "Karneval der Tiere" in Berlin
20.2.1991 Premiere des 2. Spielfilms "Pappa ante portas" (Autor, Regie, Hauptrolle)
1991 Goldene Leinwand der Gilde Deutscher Filmkunsttheater
1991 Auftritt mit dem Scharoun-Ensemble bei den Salzburger Osterfestspielen, im Gewandhaus Leipzig und im Brandenburger Theater mit "Karneval der Tiere" und "Peter und der Wolf"
1991 Goldenes Grammophon der Deutschen Grammophon Gesellschaft
1992 "Der Ring an einem Abend" (Wagner "Ring des Nibelungen" in einer Fassung für Erzähler, Sänger und Orchester) in Mannheim
1992 TV-Sketch anlässlch Heinz Rühmanns 90. Geburtstag
1993 TV-Sendung "Loriots 70. Geburtstag"
1993 Ausstellung in Potsdam, Düsseldorf, München, Hamburg
7.4.1993 "Der Ring an einem Abend" in Mannheim
22./23.4.1993 "Karneval der Tiere" und "Peter und der Wolf" mit dem Gewandhausorchester unter Kurt Masur in Leipzig
1993 "Der Ring an einem Abend" in der Volksoper in Wien
1993 Ehrenbürgerschaft der Stadt Brandenburg und Gemeinde Münster
1993 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (Abteilung Darstellende Kunst)
1993 Sonderbambi verliehen vom Burda Verlag
1994 Verschiedene Lesungen mit Walter Jens aus dem Briefwechsel von Friedrich II und Voltaire
17.1.1996 Thomas Mann-Lesung im Jüdischen Gemeindezentrum in Frankfurt
1996 Ehrenlöwe des Fernsehpreises "Der Goldene Löwe"
1997 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg
1998 TV-Sendung "Loriots 75. Geburtstag"
23.9.1998 Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
12.6.1999 Verleihung des Weilheimer Literaturpreises Rede an die Jugend
2001 Ehrenmitglied der Deutschen Oper Berlin
2001 Verleihung des Till-Eulenspiegel-Satire-Preises
2.7.2001 Verleihung der Ehrendoktorwürde, Uni Wuppertal
2002 Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises
2003 TV-Sendung "Loriots 80. Geburtstag"
2003 Honorarprofessor an der Universität der Künste Berlin für das Fach Theaterkünste
2003 Ehrenpreis der Goldenen Kamera
30.10.2004 Verleihung des Jacob-Grimme-Preises
30.4.2006 Benefiz-Matinee zur Erhaltung des Berliner Renaissance-Theaters
| | | 19:55 | Der Fernsehabend | | | Sie: Wieso geht der Fernseher denn grade heute kaputt? Er: Die bauen die Geräte absichtlich so, dass sie schnell kaputt gehen. Sie: Ich muss nicht unbedingt Fernsehen. Er: Ich auch nicht. Nicht nur, weil heute der Apparat kaputt ist, ich meine sowieso, ich sehe sowieso nicht gerne Fernsehen. Sie: Es ist ja auch wirklich *nichts* im Fernsehen was man gern sehen möchte. Er: Heute brauchen wir, Gott sein dank, überhaupt nicht erst in den blöden Kasten zu gucken. Sie: Nee, es sieht aber so aus, als ob du hinguckst. Er: Ich? Sie: Ja. Er: Nein, ich sehe nur ganz allgemein in diese Richtung. aber du guckst hin. Du guckst da immer hin. Sie: Ich? Ich gucke dahin? Wie kommst du denn darauf? Er: Es sieht so aus. Sie: Das kann garnicht so aussehen, ich gucke nämlich vorbei. Ich gucke absichtlich vorbei. Und wenn du ein kleines bischen mehr auf mich achten würdest, hättest du bemerkt können, dass ich absichtlich vorbei gucke. aber du interessierst dich ja überhaupt nicht für mich. Er: Jajajaja. Sie: Wir können doch einfach mal ganz woanders hingucken. Er: Woanders? Wohin denn? Sie: Zur Seite, oder nach hinten. Er: Nach hinten? Ich soll nach hinten sehen? Nur weil der Fernseher kaputt ist, soll ich nach hinten sehen? Ich lass mir doch von einem Fernsehgerät nicht vorschreiben wo ich hinsehen soll. Sie: Was wäre denn heute für ein Programm gewesen? Er: Eine Unterhaltungssendung. Sie: Ach. Er: Es ist schon eine Unverschämtheit was einem so abend für abend im Fernsehen geboten wird. Ich weiss garnicht, warum man sich das überhaupt noch ansieht. Lesen könnte man statt dessen, Karten spielen oder ins Kino gehen oder ins Theater. Statt dessen *sitzt* man da und *glotzt* auf dieses *blöde* Fernsehprogramm. Sie: Heute ist der Apparat ja nu kaputt. Er: Gott sei dank. Sie: Ja. Er: Da kann man sich wenigstens mal unterhalten. Sie: Oder früh ins Bett gehen. Er: Ich gehe nach den Spätnachrichten der Tagesschau ins Bett. Sie: Aber der Fernseher ist doch kaputt. Er: Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben wann ich ins Bett zu gehen habe.
| | | 19:37 | Herren im Bad | | | M-L: Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber ich wäre jetzt ganz gerne allein. Dr.K.: Wer sind Sie denn überhaupt? M-L: Mein Name ist Müller-Lüdenscheidt. Dr.K.:Klöbner, Doktor Klöbner. M-L: Angenehm. Dr.K.: Angenehm. M-L: Können Sir mir sagen, warum Sie in meiner Badewanne sitzen? Dr.K.: Ich kam vom Ping-Pong-Keller und hatte mich in der Zimmernummer geirrt. Das Hotel ist etwas unübersichtlich. M-L: Aber jetzt wissen Sie, dass Sie in einer Fremdwanne sitzen und baden trotzdem weiter. Dr.K.: Von Baden kann nicht die Rede sein, es ist ja kein Wasser in der Wanne. M-L: Als ich das Bad betrat saßen Sie im warmen Wasser. Dr.K.:Aber Sie haben es ja wieder abgelassen. M-L: Weil Sie es eingelassen haben, Herr Doktor Klöbner. In meiner Wanne pflege ich das Badewasser selbst einzulassen. Dr.K.:Na, dann lassen Sie's doch jetzt ein. M-L: Mein Badewasser lasse ich mir ein, wenn ich es für richtig halte. Dr.K.:Gewiss, natürlich. [Verlegenes Pfeifen...] Dr.K.:Es sitzt sich recht kühl, einfach so in der Wanne. M-L: Ich sitze gern mal ohne Wasser in der Wanne. Dr.K.:Ach. M-L: Was heisst "ach"? Dr.K.:Ach. Sie sagten, dass Sie gerne ohne Wasser in der Wanne sitzen und ich meinte "ach". M-L: Aha. Dr.K.: Ich hätte auch "aha" sagen können, aber ich wollte meiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, dass Sie es vorziehen, ohne Wasser in der Wanne zu sitzen. M-L: Herr Doktor Klöbner, ich leite eines der bedeutendsten Unternehmen der Schwerindustrie und bin Ihnen in meiner Badewanne keine Rechenschaft schuldig. Dr.K.: Nein, nein. M-L: Ich entscheide persönlich, ob ich mit Wasser bade oder ohne. Dr.K.: Ja, ja. M-L: Im übrigen sagte ich nur... Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt... M-L: Bitte lassen Sie mich ausreden. Ich sagte, dass ich, wenn es die Situation erfordert, durchaus in der Lage wäre, auch mal ein Wannenbad ohne Wasser zu nehmen. Dr.K.: Ja, ja. M-L: Und die Entscheidung darüber, ob ich mein Wannenbad mit oder ohne Wasser zu nehmen habe, lasse ich mir von niemandem aufdrängen. Dr.K.: Nein, nein. M-L: Auch von Ihnen nicht, Herr Doktor Klöbner. Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt, es wäre ja immerhin denkbar, dass es gewisse Argumente gäbe, die dafür sprächen, das Wasser jetzt einlaufen zu lassen. M-L: Wie wollen Sie das beurteilen? Dr.K.: Mein Gott, ich bade ja auch nicht zum ersten Mal. M-L: So? Dr.K.: Und nach meiner Erfahrung ist eben ein warmes Wannenbad mit Wasser zweckmässiger als ohne. M-L: Das ist Ihre ganz persönliche Meinung, Herr Doktor Klöbner. Aber man darf ja wohl noch anderer Ansicht sein. Dr.K.: Ach, was. M-L: Sie können Sich in meiner Wanne eine eigene Meinung überhaupt nicht leisten. Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt! M-L: Herr Doktor Klöbner! Ich lasse jetzt das Wasser ein, wenn Sie mich höflich darum bitten. Dr.K.: Bitte. M-L: Höflich. Dr.K.: Höflich. M-L: Na, also. Dr.K.: Was machen Sie da? M-L: Ich lasse etwas kühleres Wasser ein. Dr.K.: Das ist sehr aufmerksam, aber ich hätte doch gerne noch eine Kleinigkeit von dem heissen. M-L: Wenn ich jetzt einen Schuss von dem kalten dazunehmen könnte. Dr.K.: Das war eine Idee zu viel. M-L: Ach. Dr.K.: Ich glaube, noch ein paar Tropfen heisses und man könnte sich einigen. Geht es so? M-L: Oh, ja. Vielen Dank. Dr.K.: Oh, bitte sehr. M-L: Die Ente bleibt draussen. Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt! M-L: Die Ente bleibt draussen! Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt, ich bade immer mit dieser Ente. M-L: Nicht mit mir. Dr.K.: Ich kenne Sie ja erst seit heute. M-L: Wenn Sie die Ente hereinlassen, lasse ich das Wasser heraus. Dr.K.: Das sind wohl die Erpressermethoden Ihrer Gangsterfirma. M-L: Herr Doktor Klöbner! Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt! M-L: Akademiker wollen Sie sein? Ha. Dr.K.: Also, was ist jetzt? M-L: Ich lasse das Wasser heraus, wenn Sie die Ente hereinlassen. Dr.K.: Ich nehme meine Ente herein. M-L: Wo ist der Stöpsel? Dr.K.: Sie sitzen drauf. Wissen Sie eigentlich, dass viele Menschen überhaupt kein Bad besitzen? M-L: Ach, Sozi sind Sie wohl auch noch? Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt! M-L: Herr Doktor Klöbner! Also lassen Sie die Ente in Gottes Namen herein. Dr.K.: Nein, mit Ihnen teilt meine Ente das Wasser nicht. M-L: Sie lassen sofort die Ente zu Wasser! Dr.K.: Ich denke nicht daran. M-L: Dann tauche ich jetzt so lange, bis Sie die Ente zu Wasser lassen. Dr.K.: Bittesehr... M-L: Es ist mir ernst! Ich zähle bis drei. Eins, zwei, drei... Hmmmmm..... Dr.K.: Da sind Sie ja schon wieder. M-L: Jawohl. Dr.K.: Passen Sie mal auf! M-L: Herr Doktor Klöbner? Hören Sie? Wenn Sie nicht sofort auftauchen, verlasse ich die Wanne. Die Luft anhalten kann jeder. Dr.K.: Was sagen Sie nun? M-L: Sie langweilen mich. Dr.K.: Aber ich kann länger als Sie. M-L: Es gibt Wichtigeres im Leben. Dr.K.: Was denn? M-L: Ehrlichkeit, Toleranz... Dr.K.: Ja... M-L: Mut, Anstand... Dr.K.: Ja... Ja... M-L: Hilfsbereitschaft... Dr.K.: Ja... M-L: Tüchtigkeit, Zähigkeit... Dr.K.: Ja... M-L: Sauberkeit... Dr.K.: Aber ich kann länger als Sie. M-L: Es kommt auf den Charakter an. Dr.K.: Aber ich kann länger als Sie. M-L: Und das glaube ich ihnen nicht. Dr.K.: Dann tauchen wir jetzt gleichzeitig. M-L: Wie Sie wünschen. Dr.K.: Dann werden wir's ja sehen. M-L: Das werden wir sehen. Dr.K.: Ich habe schon ganz verschrumpelte Finger. M-L: Ich auch. Dr.K.: Also. Eins, zwei... M-L: Drei... Hmmmmm....
Ist hier jemand? Hallo? Entschuldigen Sie, ist das hier Zimmer 107?
| | | 19:27 | Das Frühstücksei | | | Er: Berta! Sie: Ja ... Er: Das Ei ist hart! Sie: (schweigt) Er: Das Ei ist hart!!! Sie: Ich habe es gehört ... Er: Wie lange hat das Ei denn gekocht? Sie: Zu viele Eier sind gar nicht gesund! Er: Ich meine, wie lange dieses Ei gekocht hat ...? Sie: Du willst es doch immer viereinhalb Minuten haben ... Er: Das weiß ich ... Sie: Was fragst du denn dann? Er: Weil dieses Ei nicht viereinhalb Minuten gekocht haben kann! Sie: Ich koche es aber jeden Morgen viereinhalb Minuten. Er: Wieso ist es dann mal zu hart und mal zu weich? Sie: Ich weiß es nicht ... ich bin kein Huhn! Er: Ach! ... Und woher weißt du, wann das Ei gut ist? Sie: Ich nehme es nach viereinhalb Minuten heraus, mein Gott! Er: Nach der Uhr oder wie? Sie: Nach Gefühl ... eine Hausfrau hat das im Gefühl ... Er: Im Gefühl? Was hast du im Gefühl? Sie: Ich habe es im Gefühl, wann das Ei weich ist ... Er: Aber es ist hart ... vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht ... Sie: Mit meinem Gefühl stimmt was nicht? Ich stehe den ganzen Tag in der Küche, mache die Wäsche, bring deine Sachen in Ordnung, mache die Wohnung gemütlich, ärgere mich mit den Kindern rum und du sagst, mit meinem Gefühl stimmt was nicht? Er: Jaja ... jaja ... jaja ... wenn ein Ei nach Gefühl kocht, kocht es eben nur zufällig genau viereinhalb Minuten. Sie: Es kann dir doch ganz egal sein, ob das Ei zufällig viereinhalb Minuten kocht ... Hauptsache, es kocht viereinhalb Minuten! Er: Ich hätte nur gern ein weiches Ei und nicht ein zufällig weiches Ei! Es ist mir egal, wie lange es kocht! Sie: Aha! Das ist dir egal ... es ist dir also egal, ob ich viereinhalb Minuten in der Küche schufte! Er: Nein - nein ... Sie: Aber es ist nicht egal ... das Ei muss nämlich viereinhalb Minuten kochen ... Er: Das habe ich doch gesagt ... Sie: Aber eben hast du doch gesagt, es ist dir egal! Er: Ich hätte nur gern ein weiches Ei ... Sie: Gott, was sind Männer primitiv! Er: (düster vor sich hin) Ich bringe sie um ... morgen bringe ich sie um!
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